Die optimale Zahngesundheit - das Kurz-Interview mit Astrid Seyfried

Viele Erkrankungen wie Rheuma, Blasen- oder Prostataentzündungen, Allergien, Herzprobleme können durch eine schlechte Zahnsituation entstehen – ist das richtig?

„Korrekt ist, dass besonders Beeinträchtigungen des Zahnhalteapparats direkten Einfluss auf die allgemeine Gesundheit haben. Bei Parodontitis werden Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen über den Blutkreislauf durch Schlucken und durch Atmen in den Körper gestreut – entzündungsvermittelnde Proteine und Antikörper geraten somit auch in entfernte Organe. Gemeinsam mit genetischen Faktoren und beeinflusst von ungesundemLebensstil begünstigt dies die Entstehung von Erkrankungen. Hinlänglich wissenschaftlich belegt ist die negative wechselseitige Beeinflussung von Parodontitis und Diabetes. Weiterhin gibt es fundierte Hinweise und kausale Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegserkrankungen, aber auch Relationen auf Rheuma oder Frühgeburten oder geringes Geburtsgewicht.“

Auch Kopfschmerzen oder Probleme mit den Ohren können von Zahnfehlstellungen oder Ähnlichem herrühren. Was können Patienten tun, die Erkrankungen in diese Richtung haben?

„Wichtig ist eine spezifische Abklärung der Beschwerden. Manche Patienten haben einen langen Leidensweg, da die unspezifischen Beschwerden ursächlich nicht mit den Zähnen, Gelenkproblemen oder Fehlstellungen in Zusammenhang gebracht wurden. Auch Nacken- oder Rückenschmerzen, Augenprobleme oder psychische Probleme können eine Ursache in der sogenannten CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) haben. Kieferorthopädie, Bisskorrekturen oder Schienentherapien können die Probleme effektiv lindern oder beheben.“

Besonders ab dem 45. Lebensjahr ist Parodontitis die häufigste Ursache für Zahnverlust. Was kann man tun, um dem vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken?

„Eine optimale Mundhygiene, die gesunde Ernährung und besonders die gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume, sind entscheidend! Zudem sollten insebsondere Frauen – natürlich aber auch Männer – regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt durchführen. Parodontitis entsteht nämlich oft und über lange Zeit unbemerkt. Eindeutige Warnsignale können Zahnfleischbluten, Schwellungen, Mundgeruch oder Zahnlockerungen sein. Ebenfalls äußerst wichtig: eine professionelle Zahnreinigung, auch Prophylaxe genannt – mindestens ein Mal im Jahr.“

1. Süßigkeiten, Zucker, gesüßte Getränk1. Süßigkeiten, Zucker, gesüßte Getränke und Saures meiden – grundsätzlich eher immer mit den Hauptmahlzeiten zu sich nehmen. Nicht zwischendurch, sonst wird die Säure-Produktion stetig auf dem kritischen Niveau gehalten und der Zahnschmelz kann sich nicht erholen / remineralisieren.e und Saures meiden – grundsätzlich eher immer mit den Hauptmahlzeiten zu sich nehmen. Nicht zwischendurch, sonst wird die Säure-Produktion stetig auf dem kritischen Niveau gehalten und der Zahnschmelz kann sich nicht erholen / remineralisieren.
Close-up of young female having her teeth examinated
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2. Auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung achten – die wichtigen Mineralien und Vitamine sind maßgeblich wichtig für die optimale Zahngesundheit.

3. Naturbelassene Produkte, die zum Kauen anregen, zu sich nehmen. Kauen massiert das Zahnfleisch und regt den Speichelfluss an. Dieser sorgt dafür, dass Säuren abgebaut werden und schützt somit vor Karies.

 

4. Lesen Sie die Lebensmitteletiketten gründlich! Zucker ist in vielen Lebensmitteln versteckt. Auch Stärke wird in Zucker umgewandelt und Stärke ist in extrem vielen Nahrungsmitteln enthalten.

5. Gut für Ihr Zahnfleisch: Alkoholfreier Grüner-Tee-Extrakt wird besonders Schwangeren und Kindern empfohlen. Der Effekt für die fühlbare Zahngesundheit ist enorm.

6. Noch ein Tipp: Neuseeländischer Manuka-Honig eliminiert aufgrund seiner stark antibakteriellen Wirkung Keime im Mund. Eine regelmäßige Einnahme fördert die nachhaltige Gesundheit.

Closeup portrait of a happy elderly woman with hands together